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Berlinale // The Killer Inside Me

Sonntag, Februar 21st, 2010

Nach ein paar Berlinale-Parties hab ich gestern Abend nun auch endlich den ersten Film gesehen - The Killer Inside Me von Michael Winterbottom und mit Casey Affleck, Jessica Alba, Kate Hudson und Ned Beatty. Einen Trailer hab ich bei YouTube nicht finden können, hier gibt es aber einen. Der Film hat im Vorfeld schon den Aufkleber Skandal aufgepappt bekommen ob einiger heftiger Szenen, in denen der texanische Kleinstadtsheriff Lou (Casey Affleck) auf seine schönen Filmpartnerinnen einschlägt. Auf der offiziellen Premiere haben dann auch einige Zuschauer den Saal verlassen, um diese Brutalität nicht mehr mitansehen zu müssen.

Der Film hat im Vorfeld schon den Aufkleber Skandal aufgepappt bekommen ob einiger heftiger Szenen, in denen der texanische Kleinstadtsheriff Lou (Casey Affleck) auf seine schönen Filmpartnerinnen einschlägt. Auf der offiziellen Premiere haben dann auch einige Zuschauer den Saal verlassen, um diese sackbrutale Gewalt nicht mehr mitansehen zu müssen. Das waren dann aber auch schon die Aufreger und damit eigentlich auch die Höhepunkte in diesem Werk, welches auf einem gleichnamigen Pulp-Roman von Jim Thompson beruht.

Am Ende gibt es nochmal eine kleine Überraschung, ansonsten plätschert der Film recht langsam so ein bisschen dahin und daher. Aber das entspricht auch dem Leben in einer texanischen Kleinstadt der 50er Jahre. Und Psychopathen können ja grundsätzlich überall lauern und wie Casey Affleck unschuldig und normal wirken. Allerdings bleibt ein bisschen unklar, warum Biedermann Lou doch etwas gestört ist, nur ein paar kleine Flashbacks geben dem Zuschauer kleine Hinweise.

Da ich selber eine Zeitlang in einer Kleinstadt in Westtexas und auch in New Mexico gelebt habe (wo der Film zu erheblichen Teilen gedreht wurde), haben mich Landschaft, Leben und Leute in The Killer Inside Me natürlich auch noch einmal besonders interessiert. Und diese Sachen hat Winterbottom recht treffend inszeniert.

Fazit: Verlassen hab ich den Kinosaal zwar nicht, aber wenn ich vorm Fernseher gesessen hätte, hätt ich doch mal geguckt, was sonst noch so läuft (obwohl das ja eigentlich nie was bringt).

Hier gibt es auch noch einen Podcast zum Film.

Und jetzt hab ich den Trailer doch noch gefunden:


The Killer Inside Me Trailer - A funny movie is a click away

Berlinale #1: In The Electric Mist

Montag, Februar 9th, 2009

Gestern habe ich meinen ersten Film der diesjährigen Berlinale gesehen. Erstmal kurz die negativen Seiten: Der Friedrichsstadtpalast ist ja sehr schön, die mangelnde Beinfreiheit aber nicht (und ich habe schon sehr kurze Beine). Die Untertitelung war auch etwas gewöhnungsbedürftig, da dort oftmals nur paraphrasiert stand, was im Film gesagt wurde. So ratterten zum Beispiel auch die Schimpfwörter euphemistisch abgeschwächt über die Leinwand. Das hat mich dann doch etwas verwirrt…

Nun zum Film: Tommy Lee Jones spielt den Polizisten Dave Robicheaux, der in einer Reihe brutaler Frauenmorde in Louisiana ermitteln muss. Und die in den Sümpfen rund um New Iberia gefundenen Frauenleichen sind zusätzlich mit einem Mord an einem Schwarzen in den sechziger Jahren verknüpft. Dazu kommt noch ein Schauspielerpärchen, dass in den Sümpfen um New Iberia einen Film dreht, sowie der lokale Mobster und Jungendfreund Robicheaux’s “Babyfeet” Balboni (John Goodman), der den Film produziert und auf dessen Verwicklung in die Morde einiges hindeutet.

Regisseur Bertrand Tavernier ist hier ein doch recht spannender Thriller - ein bisschen Film Noir, ein bisschen hardboiled - gelungen, der die düstere und spezifische Atmosphäre im Cajun-Country im Süden von Lousiana sehr gut einfängt. Die Rolle ist Tommy Lee Jones wie auf das Gesicht geschrieben, sein von immer tieferen Furchen durchzogenes Antlitz lässt ihn den Cop Dave Robicheaux (Vietnam-Veteran, Ex-Alki, nun Anonymer Alkoholiker) perfekt verkörpern. John Goodman hat bei der Darstellung des Mafiosi sichtlich Spaß, was man ihm auch anmerkt. Sehr gut ist auch der klug daherplappernde Südstaaten-Major, den Robicheaux nicht nur im LSD-Rausch sieht. Weitere Pluspunkte gibts für den guten Soundtrack, der die Stimmung des Films noch einmal verstärkt.

In the Electric Mist ist hier und da durch die vielen Subplots vielleicht etwas verwirrend. Insgesamt aber sehr solide Unterhaltung, schöne Bilder, eine dichte filmische Atmosphäre und anhaltende Spannung ohne Längen. Und die Robicheaux-Romane von James Lee Burke, auf denen der Film beruht, werde ich mir mal für den nächsten Urlaub (wannauchimmer) besorgen.

Hier noch der Trailer: